Kommentare
Naturwissenschaft und Religion
Artikel vom 22.11.2011, von Zena
Während es heute unter den Menschen der westlichen Zivilisation eine Menge Meinungen bezüglich der Existenz Gottes und der Erschaffung der Erde gibt, war das europäische Mittelalter ausschließlich durch den christlichen Glauben bestimmt. Zwar gab es zu dieser Zeit bereits fleißige Wissenschaftler, die die Natur zu ergründen suchten, doch musste jegliche Erkenntnis mit der Heiligen Schrift belegt werden.
Paradoxerweise war es die Scholastik, die den Grundstein für die modernen Wissenschaften legte, da sie sich unter anderem intensiv mit den Schriften von Aristoteles auseinandersetzte.
Beginnend mit dem 16. Jahrhundert sollten sich zwei extreme Standpunkte - Naturwissenschaft und Religion - bilden, die im Laufe der Geschichte immer wieder zu heftigen Meinungsverschiedenheiten führten.
Giordano Bruno (1548 - 1600) war einer der ersten, der für ein heliozentrisches Weltbild eintrat und damit im Widerspruch zur Meinung der Kirche stand. Er starb auf dem Scheiterhaufen.
Galileo Galileis (1564 - 1642) Untersuchungen bestätigten, dass die Erde um die Sonne kreiste, doch auch er wurde unter Hausarrest gesetzt und gezwungen, seine Lehre zu widerrufen. Viele Beweise für das neue Weltbild folgten und die Kirche war bald gezwungen diese Wahrheit zu akzeptieren.
Der letzte große Kampf zwischen den beiden Instanzen Naturwissenschaft und Religion ereignete sich mit der Entwicklung der Evolutionstheorie von Charles Darwin (1809 - 1882), der noch zu seiner Zeit von der Gesellschaft vehement angefeindet wurde.
Beide Sichtweisen sind fest davon überzeugt, die Wahrheit über die Welt bestimmen zu können, der Unterschied liegt jedoch in der Art und Weise wie das erreicht wird.
In der Religion geschieht das mittels subjektiver Erfahrungen, durch Offenbarungen im Christentum, Judentum und Islam, durch mystische und meditative Versenkung im Buddhismus und Hinduismus.
Die Naturwissenschaft hingegen versucht mit Experimenten eine objektive Wirklichkeit und Realität zu beweisen, die jederzeit erneut verifizierbar ist.
Berühmte Wissenschaftler wie Kopernikus, Kepler, Galilei, Newton und Einstein waren gläubig. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts glaubte die Wissenschaft auf die Vorstellung von göttlicher Führung und Schöpfung verzichten zu können, da die Geburt des Universums durch die Urknalltheorie physikalisch erklärbar schien.
In jüngster Zeit geht der Trend unter den Forschern wieder in Richtung Glauben, da Transzendenz, das "Durchscheinen" einer anderen Wirklichkeit in unsere Welt, Gott und Kosmologie durchaus vereinbar sind.
Tags:
Kommentare
Diskussion zu diesem Beitrag
Ihr Kommentar wurde gespeichert und wird von der Redaktion überprüft.
Dein Kommentar
| Name: | |
| Kommentar: | |
Physik und Natur